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Wahlrecht für innerhalb der Europäischen Union (EU) aber nicht im Mitgliedstaat des Verbrauchs ansässige Unternehmer, innerhalb der EU erzielte bestimmte Umsätze im Besteuerungsverfahren Mini-One-Stop-Shop (M1SS) zentral zu erklären und zu versteuern

Das Verfahren Mini-One-Stop-Shop ist eine Sonderregelung auf dem Gebiet der Umsatzsteuer. Mit dem Verfahren können Unternehmer bestimmte in der Europäischen Union (EU) ausgeführte Umsätze in einer Steuererklärung zentral versteuern. Sie brauchen nur eine Steuererklärung für alle ihre in der EU erbrachten Umsätze, die unter die Sonderregelung fallen, in ihrem Ansässigkeitsmitgliedstaat abzugeben (Prinzip der einzigen Anlaufstelle). Danach können Sie die sich ergebende Steuer komplett in einem Schritt entrichten.

Das Verfahren können Unternehmer nutzen, die

  • in Deutschland ansässig sind und
  • Telekommunikations-, Rundfunk- und Fernsehdienstleistungen oder auf elektronischem Weg erbrachte Dienstleistungen
  • an Privatpersonen in einem anderen Mitgliedstaat der EU gegen Entgelt erbringen.

Sie müssen immer den Umsatzsteuersatz bezahlen, der in dem EU-Mitgliedstaat gilt, in dem der Leistungsempfänger ansässig ist

Das Verfahren kann nur für Umsätze in anderen Mitgliedstaaten der EU genutzt werden, in denen der Unternehmer keine umsatzsteuerliche Betriebsstätte hat.

Unternehmer können ihre in Mitgliedstaaten der EU erzielten Umsätze nach dem in Deutschland geltenden Steuersatz versteuern und bei ihrem zuständigen Finanzamt erklären (Ausnahmeregelung), wenn

  • der Erbringer der Dienstleistung in nur einem Mitgliedstaat der EU ansässig ist und
  • der Gesamtbetrag der Dienstleistungen (ohne Mehrwertsteuer) im letzten und laufenden Kalenderjahr EUR 10.000 nicht überschreitet.

Unternehmer, die diese Voraussetzungen erfüllen, aber trotzdem am Verfahren teilnehmen wollen, müssen vorher gegenüber ihrem Finanzamt erklären, dass sie auf die Ausnahmeregelung verzichten.

Um an dem Verfahren Mini-One-Stop-Shop teilzunehmen, müssen Sie Ihre Teilnahme beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) beantragen.

Registrierte Unternehmen müssen sich in den folgenden Fällen von der Teilnahme am Verfahren wieder abmelden:

  • bei Einstellung der Leistungserbringung,
  • bei Wegfall der Teilnahmevoraussetzungen in allen Mitgliedstaaten der EU,
  • bei Registrierung in einem anderen Mitgliedstaat der EU wegen Wegfalls der Teilnahmevoraussetzungen in Deutschland (zum Beispiel nach Verlegung des Sitzes oder nach Schließen einer Betriebsstätte in Deutschland).

Sie müssen über die im Rahmen des Verfahrens getätigten Umsätze Aufzeichnungen führen, damit Ihre Steuererklärungen und Zahlungen auf Richtigkeit geprüft werden können. Auf Anforderung müssen Sie die Aufzeichnungen dem BZSt beziehungsweise den zentral zuständigen Behörden der übrigen EU-Mitgliedstaaten auf elektronischem Wege zur Verfügung stellen.

Sie müssen Ihre Steuererklärung im Verfahren Mini-One-Stop-Shop elektronisch im BZSt-Online-Portal (BOP) abgeben. Stellen Sie fest, dass eine bereits übermittelte Steuererklärung nicht korrekt ist, müssen Sie über BOP eine Berichtigung übermitteln.
 

Quelle: Serviceportal Niedersachsen (Portalverbund des Bundes und der Länder)

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